Pädagogisches Konzept

Die neurowissenschaftliche Forschung hat sich seit Maria Montessoris Pädagogischen Entdeckungen rasant weiterentwickelt – PädagogInnen & Eltern wissen um die Zusammenhänge zwischen motorischer Aktivität und der Entwicklung des Gehirns. Dieser Aspekt wird in der schulpädagogischen Praxis weitgehend ignoriert – die „Lernfächer“ werden in Schulen nach wie vor „Indoor“ und an Schreibtischen sitzend vermittelt.

Das Fach „Bewegung & Sport“ ist laut österreichischem Lehrschulplan nur zweimal die Woche vorgesehen… aus der Praxis wissen wir nur zu gut, dass dieser Umstand maßgeblich zu innerer wie äußerer Unausgeglichenheit führt und Haltungsschäden verursacht.

Nach M. Montessori sind Lernen und sich während dessen bewegen zu können, zwei Elemente eines Prozesses – das Kind begreift „indem es sich bewegt“ (heutige Forschungen nennen dieses Phänomen „Sensomotorisches Lernen“). Ihre Beobachtungen führten zu der Erkenntnis, dass bereits kleinere Kinder über Sinneseindrücke und Bewegung die ideale Voraussetzung für gelingendes Lernen vorfinden: beide Aspekte sind als eine Einheit zu verstehen und nicht voneinander zu trennen.

Alle Elemente, die Kinder für ihre ganzheitliche Entwicklung benötigen, sind bereits in der Yogapraxis enthalten:

Meditationstechniken sowie Atemübungen lösen einen Umschaltvorgang in unserem Nervensystem aus, bei dem eine Synchronisierung der beiden Gehirnhälften stattfindet. Kindern fällt es noch viel leichter als Erwachsenen, in diesen Entspannungszustand zu gelangen: sie lernen hierbei ihre Achtsamkeit zu schulen, ihre Umwelt ganzheitlicher wahrzunehmen. Konzentration während längeren Lernphasen gelingt ihnen anhand dieser Erfahrungen umso leichter.

Das Konzept von KamikA Yoga baut auf diese Forschungserkenntnisse auf: die Yogaprinzipien von Anspannung/ Entspannung, Bewegungs- und Ruhephasen, werden in allen Kursangeboten eingebettet, dem Alter und den individuellen Bedürfnissen nach spielerischen Elementen wird ebenfalls entsprochen.

Die Körperübungen oder “Asanas” haben engen Bezug zur Natur (wie Baum, Berg, Stein,…), zu Tieren (wie Katze, Hund, Löwe,…) oder auch Gegenständen (wie Kerze, Schere, Brücke,…). Die Asanas in Assoziation zu bereits vertrauten Begriffen, entspricht der Imaginationskraft unserer Kinder.

Die Übungen verbessern das Körpergefühl und unterstützen die Entwicklung von Grob- und Feinmotorik, die Koordination der Körperteile, sowie den Gleichgewichtssinn und die Konzentration.
Alles Bausteine die ein Kind für eine optimale Entwicklung benötigt! Die Ausführung der Übungen verfeinert sich mit steigendem Alter.

Tiefenwahrnehmung und Körpergrenzen zu erfahren sind essentielle Bedürfnisse in der Entwicklung von Kindern, die durch kurze Berührungseinheiten untereinander gefördert werden. Die Kinder lernen einfache Sequenzen, wie die ”Bärenmassage” oder “Katzentatzen” auf dem Rücken oder sich gegenseitig eine Handmassage zu geben.

Nicht zuletzt, wird der soziale Umgang miteinander, Verantwortung und Einfühlungsvermögen für das andere Kind, sowie ein Verständnis für die Bedürfnisse des Anderen, sich positiv entwickeln. Auch das familiäre Umfeld profitiert davon, da Kinder gerne weitergeben, was sie sich selbst aneignen!